Mittwoch, 27. Mai 2009

Millicent mag Spargel nicht so wirklich...











Heute abend haben wir dann tatsächlich den ersten Versuch gestartet. Ergebnis: Das Kind hat sich weder verschluckt, noch den Spargel runtergeschluckt, aber ihn sich zumindest zielsicher gegrapscht und in den Mund gesteckt.

Sie fand es schon sehr interessant, allerdings schien ihr der Geschmack nicht wirklich zuzusagen, wenn man nach den Grimassen urteilt. Der Teller schmeckte ihr da schon besser.

Dienstag, 26. Mai 2009

Millicent mag: Keine Flaschen

Schon seltsam. In den ersten Tagen nach ihrer Geburt, als meine Milch einschoß, war die Flasche unser Lebensretter. Mills hatte gerade erst gelernt richtig anzudocken, und plötzlich kam die Milch und ich sah aus wie "a close finish in a zeppelin race" um meinen Liebsten zu zitieren. Die Form war völlig anders, also kam die Kleine gar nicht klar und sowohl sie, als auch ich wurden immer frustrierter.

Die Rettung nahte in Form von Handpumpe und Flasche (deren spezielle Form wohl der berüchtigten Saugverwirrung vorbeugen sollte). Der erste Hunger war gestillt, die Brust auch nicht mehr so prall und alles ging wieder super, und von Saugverwirrung keine Spur. Das war im Dezember.

Fast forward zur 3. Maiwoche. Aufgrund einer Fortbildung die ich während meines maternity leave mache hatte ich eine Woche lang jeden nachmittag eine 3-stündige Klausur. Alles kein Problem, dachten wir. Ich pumpe ab und Papa gibt Flasche. Industrielle Mengen mit der Handpumpe zu pumpen macht überhaupt keinen Spaß, also hab ich mir ne elektrische Pumpe von einer Bekannten geliehen, und hab 3 Wochen lang brav jeden Abend die Milchmaschine angemacht und die Tiefkühltruhe gut mit Milch gefüllt. Und das ist sie immer noch. Am ersten Tag hat Mills wohl gut 30ml getrunken bevor sie beschloss doch lieber auf Mama zu warten. Sämtliche Versuche ihr die Flasche zu geben endeten laut Papa nur mit heftigem Protest, also hat man's gelassen und die Zeit anders überbrückt bis Mama heimkam.

Ich werd die Milch jetzt aber nicht wegschmeissen, sondern hoffentlich anderweitig verwenden können, bzw. ihr vielleicht auch im Becher geben, wenn's sein muss.

Bald geht es los...

Morgen kommt unser Health Visitor (sowas wie ne Nachsorgehebamme) zu einem vorbereitenden Gespräch vorbei und dann werden wir wohl bald anfangen.

Es heisst zwar dass man bis zur Vollendung des 6. Lebensmonat warten sollte mit der Beikost, aber da wir ja nichts ins Kind reinlöffeln, sondern ihr sozusagen das Essen nur zum Spielen und Austesten geben werden, sollte das ja alles kein Problem sein. Sie stopft sich jetzt schon mit wachsender Begeisterung alles in den Mund was sie in die Finger bekommt (inklusive Teppichflusen und Hundehaare, wenn man nicht aufpasst).

Letzte Woche haben wir ihr einen Hochstuhl gekauft: Antilop von Ikea. Der Vorteil ist, dass das Teil Vollplastik ist und damit abwaschbar, und man auch keine Ritzen und Polster hat, die schwierig zu reinigen wären. Wir haben zwar auch das aufblasbare Stützkissen dazu geholt, damit die Kleine darin besser sitzen kann, aber auch das ist leicht abzuwischen. Ausserdem haben noch einen Duschvorhang zum Teppich-schonen dazugekauft. Millicent sitzt jetzt schon gerne im Hochstuhl und beobachtet uns beim Essen während sie auf dem einen oder anderen Spielzeug rumkaut. Natürlich nie sehr lange, da sie noch nicht frei sitzen kann und deshalb schnell müde wird, aber so 20 Minuten gehen schon ohne dass sie zusammensackt und krumm sitzt.

Dienstag, 12. Mai 2009

Baby-Led Weaning, was issn' das eigentlich?

Der Begriff Baby-Led Weaning wurde von Gill Rapley, einer Hebamme und Direktorin der Unicef UK Baby Friendly Initiative, geprägt. Im Breikasper-Blog wurde das grob mit "Baby-gesteuerte Beikost-Einführung" übersetzt.

Und genau darum geht es: Babies wird Nahrung angeboten, aber sie können selbst entscheiden was sie essen, wann sie essen und wieviel sie essen. Im Gegensatz zur klassischen Püree-mit-dem-Löffel-Methode, werden den Babies Gemüsestücke, Brot, etc in Portionen angeboten, die groß genug sind, dass das Baby sie greifen und sich selbst in den Mund stecken kann.

Bei dieser Methode geht es nicht darum, dass die Beikost eine Milchmahlzeit so schnell wie möglich ersetzt, sondern dass das Kind spielerisch lernt wie sich verschiedene Nahrungsmittel anfühlen, schmecken, und auch matschen lassen.

Das Baby wird also weiterhin nach Bedarf gestillt oder mit der Flasche gefüttert und die Beikost wird zusätzlich angeboten. Es geht nicht darum dass das Kind eine bestimmte Portionsmenge aufisst, weil es sonst regnen würde oder der Hipp-Onkel traurig wird, sondern darum dass das Kind von Anfang an lernt seinen eigenen Appetit einzuschätzen und nur so lange und so viel isst, wie es wirklich Hunger hat.

Montag, 11. Mai 2009

Irgendwie irgendwo irgendwann muss man ja mal anfangen...

Millicent hat zwar noch ein paar Wochen Voll-Stillzeit vor sich, aber wir (wohl einschließlich der Kleinen) können es kaum abwarten, mit der Beikost-Einführung anzufangen.

Meine Tochter ist jetzt 20 Wochen (und 2 Tage, wenn man's ganz genau nehmen will) alt, und würden wir den Traditionen und guten Ratschlägen von wohlmeinenden Verwandten und Bekannten folgen, würden wir jetzt schon längst Pastinaken-Brei oder andere Glaskost (oder meinetwegen auch selbst-gekochte Kost) in die Kleine hineinlöffeln. Wollen wir aber nicht. Jetzt noch nicht, und eigentlich auch nicht später. Pastinaken sind aber auch eklig

Die offiziellen Richtlinien der WHO empfehlen seit 2003, dass Kinder mindestens 6 Monate vollgestillt werden sollen. Wir haben also noch gute 6 Wochen vor uns. Die nächsten Wochen werde ich also erstmal graue Theorie posten, um dann, sobald wir richtig angefangen haben die Praxis folgen zu lassen.